GVB sieht in Linienbus durch Leumnitz keine Lösung für Anbindung neuer Wohngebiete
Porträt
Klaus Symalzeck auf Probefahrt für die Geraer Verkehrsbetriebe durch Leumnitz. Doch die GVB sieht in einem Linienbus durch Leumnitz keine Lösung für Anbindung neuer Wohngebiete.
Mit Mühe chauffierte Klaus Symalzeck gegen Mittag einen Bus des Geraer Verkehrsbetriebs (GVB) von der Heinrichstraße nach Leumnitz. Er folgte dem Vorschlag von Fahrgast-Beirat Gilbert Weise, die Linie 19 streckenweise neu zu führen, um einen Teil von Leumnitz und dem Gebiet am Ferberturm, wo Wohngebiete entstanden, besser anzubinden. Die Chancen stehen schlecht.
Probefahrt der Geraer Verkehrsbetriebe durch Leumnitz. Doch die GVB sieht in einem Linienbus durch Leumnitz keine Lösung für Anbindung neuer Wohngebiete.
Gera-Leumnitz. Statt über die Altenburger Straße lenkte Symalzeck also die Probefahrt durch die Karl-Liebknecht-Straße, an jeder Kreuzung haltend wegen der Gleichrangigkeit der Straßen. Auf der Hinfahrt nach Leumnitz hatte er noch Glück: Entgegen kommende Autos warteten, bis der Bus die schmale Fahrbahn zwischen parkenden Autos passiert hatte. Später auf der Rückfahrt war es der Busfahrer, der eine Parklücke suchen musste, um einem Auto im Gegenverkehr zu weichen. Einst fuhr zwar Geras Oberleitungsbus durch die Karl-Liebknecht-Straße, damals war die Straße aber noch nicht umgestaltet mit Parktaschen, die den Fahrweg so einengen, dass selbst zwei Autos kaum aneinander vorbeifahren können. Nach der Ostschule, wo sich Gilbert Weise sinnvollerweise eine Bushaltestelle vorstellen könnte, bog der Bus in die Quellenstraße nach Leumnitz ein. An den Bogenhäusern vorbei ging die Probefahrt durch die Leumnitzer Straße eng und mit huckeligem Pflaster bestückt. "Unsere Werkstatt hätte gut zu tun, wenn der Bus ständig hier langfahren müsste", sagt Symalzeck. Und die Anwohner, denen der Bushalt vor der Tür vielleicht mehr Bequemlichkeit böte, würden wohl alsbald auch nach Lärmschutz rufen.
Von der Hand zu weisen seien die Überlegungen zur Busanbindung nicht grundsätzlich, die Fahrgast-Beiratsmitglied Weise auch im Lesergespräch im OTZ-Themen- monat vorgetragen hatte, sagt Erich Engel, Abteilungsleiter Betrieb beim GVB. Doch aus Sicht des Verkehrsbetriebes sei die Streckenführung der Buslinie 19 über die Karl-Liebknecht- , die Quellen- und die Leumnitzer Straße keine Lösung. Das sollte letztlich auch die mühsame Probefahrt auf dieser Strecke demonstrieren. Deshalb werden vorerst die bestehenden Buslinien 10, 17 und 19 weiterhin parallel über die Altenburger Straße fahren. Und die Bewohner der genannten Straßen müssen weiterhin wenige Gehminuten mehr in Kauf nehmen, um zur nächsten Bushaltestelle zu gelangen. Ein grundsätzliches Problem sieht Engel in der Verkehrsanbindung der Wohnhäuser rund um den Ferberturm. Zumal die Wege von den Bushaltestellen recht weit und bergan beschwerlich seien. Allerdings seien der Bedarf zur Busbeförderung in diesem Gebiet wiederum zu gering und die Wege zu wenig ausgebaut, um dort mit großen Linienbussen zu verkehren. Mit einem Flexbus, einem kleinen Rufbus, habe es bereits einen Test gegeben. Das Thema stehe für den GVB als Arbeitsauftrag. Doch zunächst habe der Verkehrsverbund mit den Nachbarn Vorrang.